„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak

In meinem ersten Blogbeitrag möchte ich direkt mein absolutes Lieblingsbuch „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak rezensieren. Diesen Roman habe ich schon vor ein paar Jahren gelesen, doch das Buch liegt heute immer noch an meinem Bett, denn ich kann es einfach nicht weglegen. Warum? Lies selbst…

"Die Bücherdiebin" von Markus Zusak
„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak (Cover)

Beschreibung

1939. Liesel, die Bücherdiebin, ist neun Jahre alt, als sie zum ersten Mal zuschlägt. Noch kann sie nicht einmal den Titel lesen, aber sie hütet das Buch wie einen Schatz: ein Buch, das während der Beerdigung ihres kleinen Bruders dem Totengräber aus der Tasche rutscht und das sie in einem verstohlenen Moment aus dem Schnee klaubt. Auf dem schwarzen Umschlag steht in silbernen Buchstaben: „Handbuch für Totengräber: Herausgegeben von der Bayerischen Friedhofsvereinigung“.

Das Buch wird schon wenige Stunden später ihre letzte Verbindung zu ihrem Bruder und zu ihrer Mutter darstellen. Denn Liesel soll die kommenden Jahre bei einer Pflegefamilie im Münchner Hinterland verbringen: bei den Hubermanns, Himmelstraße 33, Molching, wo sie in den nächsten Jahren viel zu tun bekommen wird. Genauso wie jemand anderes: der Tod.

Er ist es auch, der die Geschichte der Bücherdiebin erzählt, so feinsinnig und einfühlsam, wie es nur dem einen möglich ist, der Tag für Tag menschliche Seelen auf ihrer letzten Reise zu begleiten hat.

Klappentext

Der Autor

Der Bestsellerautor Markus Zusak hat sechs Romane geschrieben, darunter „Die Bücherdiebin“ und „Der Joker“. Seine vom Publikum und Presse gleichermaßen gefeierten Bücher sind in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Sydney.

Verlagsgruppe Random House Bertelsmann

Meine Meinung

Dieses Buch ist wirklich einzigartig. Noch nie zuvor habe ich eine Geschichte aus den Augen des Todes erzählt bekommen. Auf den ersten Seiten war es zugegebenermaßen etwas ungewohnt. Doch schon bald habe ich eine gewisse Sympathie für den außergewöhnlichen Erzähler entwickelt. Denn Markus Zusak kreiert in seinem Roman eine eher untypische Figur des Todes: Der Tod ist empathisch. schon fast liebevoll und fühlt mit den Charakteren des Romans.

Bitte glaubt mir: Ich kann wirklich fröhlich sei. Ich kann angenehm sein. Amüsant. Achtsam. Andächtig. Und das sind nur die Eigenschaften mit dem Buchstaben ‚A‘. Nur bitte verlangt nicht von mir, nett zu sein. Nett zu sein ist mir völlig fremd.

„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak

Diese Sichtweise auf den Tod ist meiner Meinung nach eine schöne Vorstellung, denn normalerweise stellt man sich den Tod eher unheimlich vor. Der klassische Sensenmann eben. Das sagt der Tod dazu:

Übrigens mag ich die Vorstellung, die sich die Menschen vom Tod als Sensenmann machen. Mir gefällt die Sense. Ich finde sie amüsant.

„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak

Und nun zur Geschichte von Liesel Meminger: Liesel ist ein Mädchen, für das ich als Leser von Anfang an vollste Sympathie empfinde und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Liesel, auch die Bücherdiebin genannt, lernt im Laufe des Romans einige Freunde kennen. Zu Anfang wird sie komplett alleine gelassen: ihr Bruder stirbt und ihre Mutter muss sie an eine Pflegefamilie abgeben. Doch Liesel bleibt nicht lange einsam. Schon schnell baut sie eine starke Bindung zu ihrem Pflegevater auf und findet in Rudi einen wahren Freund.

„Saukerl“, lachte sie und hob ihre Hand. Sie wusste genau, dass er sie in diesem Augenblick ‚Saumensch‘ nannte. Ich denke, näher können Elfjährige der Liebe nicht kommen.

„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak

Fazit

Ein wirklich gelungener Roman von Markus Zusak. Bewegend und fesselnd. Der Autor hat mich mit seinem Schreibstil und seinen Worten immer wieder berührt. Mit dem Bezug auf wahre Ereignisse zum Zeitpunkt des Romans, wie den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges oder die Judenverfolgung, wirkt die Geschichte der Bücherdiebin noch authentischer.

Zu Beginn sind die fast 600 Seiten für den ein oder anderen womöglich etwas abschreckend, doch aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass du schneller auf der letzten Seite ankommst, als dir lieb ist…

„Die Bücherdiebin“ hat sich definitiv einen Platz in meinem Regal verdient. Jedoch hat es das Buch noch nicht bis dorthin geschafft hat, denn ich lese immer mal wieder einzelne Kapitel aus dem Roman und lasse es somit auf meinem Nachttisch liegen.

Bewertung: 5 von 5
Meine Bewertung:
5 von 5 Duft-Flakons

Die Verfilmung

Inzwischen wurde „Die Bücherdiebin“ sogar verfilmt. Den Film habe ich gesehen, nachdem ich das Buch gelesen habe. Ich war ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht vom Film. Ich muss jedoch dazu sagen, dass ich sehr hohe Erwartungen hatte, nachdem ich das Buch gelesen habe. Außerdem kreiert man beim Lesen seine ganz eigenen Vorstellungen der Orte und Personen. Ein Film kann da natürlich nicht allen Erwartungen gerecht werden.

Leider ist mir im Film aber auch die Rolle des Todes als Erzähler zu kurz gekommen. Der Tod kommt nur in der Einleitung vor und dann eigentlich gar nicht mehr. Das hat mir etwas gefehlt, da der Tod im Roman von Markus Zusak eine große Rolle spielt.

Infos zum Buch

Du hast „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak auch schon gelesen? Was denkst du über das Buch? Hat es dir auch so gut gefallen wie mir? Lasse mir doch gerne ein Kommentar da, ich freue mich!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Das Buch habe ich schon seit langen bei mir auf dem Ebook Reader, jedoch hat es nie meine Aufmerksamkeit bekommen, unteranderem, weil ich die englische Version habe. Nach dieser tollen Rezension wurde mein Interesse geweckt und ich werde das Buch aufjedenfall lesen – ich bin gespannt.

    1. Hi Marla, vielen Dank für die tolle Rückmeldung. Ich bin gespannt, wie dir die Bücherdiebin gefällt!

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